a)Es sollte genauer geklärt werden welches Wachstum thematisiert wird. Dabei sollte zum einen zwischen dem (für den Umweltverbrauch relevanten) Mengenwachstum (Güter, Dienstleistungen, Rohstoffe, Emissionen, Abfall usw.) und dem Wachstum von in Geldeinheiten gemessenen Größen unterschieden werden. Zum andern sollte bei den letzteren zwischen dem statistisch ermittelbaren Bruttoinlandsprodukt (BIP; grob: das aggregierte Einkommen) und dem Bruttoproduktionswert (BPW; gesamter Umsatz) unterschieden werden. Die Differenz zwischen diesen beiden Größen (grob: die Vorleistungen) macht etwa 2/3 der Umsätze aus.
b)Als Kernproblem kann dann spezifiziert werden, dass der aus Nachhaltigkeitsgründen gebotenen Begrenzung des Mengenwachstums (v.a. der Umweltbelastungen) das Wachstum der in Geld gemessenen Größen (Profite, Löhne, BIP, BPW) als Erfordernis eine kapitalistischen Marktwirtschaft gegenübersteht.
c)Es sollte betont werden, dass die Ab-, Um- und Aufbauerfordernisse einer sozialökologischen Transformation in Bezug auf die ökonomischen Aktivitäten in den verschiedenen Bereichen sehr unterschiedlich wirken können. Insofern wäre eigentlich der Begriff der sozialökologischen Umstrukturierung aussagekräftiger als der Bezug auf postwachstumstheoretische Orientierungen. Wenn es das primäre Ziel einer sozialökologischen Transformation ist, die umweltbelastenden Mengenströme in den verschiedenen Bereichen zu reduzieren, dann ist nicht auszuschließen, dass bei dieser Transformation temporär die aggregierten Mengenströme und die aggregierten Ströme der in Geldeinheiten gemessenen Ströme zunehmen können!
d)Ausdrücklich hervorgehoben werden sollte auch, dass die sozialökologische Transformation die Ungleichheiten in der Einkommens- und Vermögensverteilung nicht vergrößert bzw. allgemeiner die soziale (und politische) Akzeptanz eine wichtige Randbedingung darstellt. Dazu bedarf es einer systemischen Betrachtung möglicher sozialökologischer Transformationspfade die sensibel ist für unerwünschte side-Effekte.

Sozial-ökologische Problemlagen